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die höchste Form der Liebe (G. Bruno)
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Aktaion, der Jäger, wird selber zum Gejagten, weil er sich auf seiner Jagd in das Objekt seiner Jagd verwandelt, in den Hirsch, und wird von seinen eigenen Hunden zerrissen.Aktaion wird von seinem begehrten Gegenstand erfaßt, dieser zieht ihn in sein Wesen hinüber.
"Da ward der große Jäger selbst zur Beute ... er war ausgegangen, um Beute zu machen, und der Jäger wurde schließlich selbst zur Beute: durch das Wirken der Vernunft, in dessen Verlauf diese die ergriffenen Dinge in die eigene Art verwandelt (um zu erfahren, daß umgekehrt das Erkannte sie erfaßt und in sein Wesen hinüberzeieht)."
"Es ist eine Jagd der Willenstätigkeit, in deren Verlauf er selbst sich schließlich in den Gegenstand verwandelt." "Die Liebe verwandelt (den Liebenden) in das geliebte Ding und führt ihn in dieses hinüber."
So hat er teil an einer Notwendigkeit, die sich ihm aufzwingt als ein Mächtigeres als er selbst, dies nennt man auch Evidenz, denn Evidenz ist etwas, das man erleidet. Es ergreift und verwandelt ihn, so daß er in die absolute Einsamkeit geworfen wird und schließlich sein altes Leben verliert.
Es ist dies die höchste Form der Erkenntnis durch Liebe, welche den Unterschied von Subjekt und Objekt aufhebt in die Einheit beider. Nicht dem Anderen wird die Perspektive des Erkennenden aufgezwungen, sondern dieses Andere erweist sich als so stark, daß es das Verhältnis umkehren kann. Giordano Bruno, Heroische Leidenschaften und individuelles Leben, 71ff.
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