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Verwandlung des Anderen ins Bild
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"In mehreren Stufen entwindet Perseus sich dem bannenden Blick archaischer weiblicher Mächte, enteignet ihnen dadurch ihre Kraft und tritt, mehrfach gewappnet, gewappnet aber vor allem durch die Beherrschung der Spiegelung, vor das Grausigste: den tötenden Blick (der dämonisierten Frau). Nichts hätte ihm geholfen von seinen 'Mittelchen' (Kafka über die Tricks des Odysseus), gelänge ihm nicht das Entkommen aus dem Bann von Angesicht zu Angesicht, glückte nicht die depotenzierende Verwandlung des Anderen ins Bild, ins Zeichen.
Perseus lernt den Mechanismus der Desensibilierung vor der überwältigenden Betroffenheit durch den Blick des Anderen. Dadurch erst, daß der frontalen Konfronation mit Medusa ausweicht, wegschaut, durch Spiegelung Indirektheit und Distanz schafft, bis er die lebendige Macht des Anderen in ein von ihm selbst erzeugtes Bild-Objekt gebannt hat -: durch 'List der Vernunft' also wird Perseus zum Heroen.
Der Spiegeleffekt ist die mythopoetische Fassung davon, daß dem männlichen Handlungsheroen eine totale Konzentration auf sich selbst gelingen muß: ohne ein sich aussetzendes Hinsehen auf das mächtige Andere, nur und allein sein Ziel im Auge, also sich selbst und seinen Sieg - dadurch erst erlangt Perseus die entscheidende Waffe: das Subjekt-Sein."
Hartmut Böhme, Sinne und Blick in: Konkursbuch 13, 42ff.
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