Oenone
Oenone war eine Bergnymphe, ihr Vater war der Flussgott Kebren. Sie liebte Paris, der nicht wusste, dass er der Sohn des trojanischen Konigspaares Priamos und Hekabe war. Paris war von seiner Mutter auf dem Berg Ida ausgesetzt worden, weil ihr geweissagt worden war, ihr Sohn würde Troja in Brand setzen. Oenone und Paris lebten als Hirten in den Bergen und hatten einen gemeinsamen Sohn, Korythos.
Die drei Göttinnen Hera, Athen und Aphrodite, im Streit darum, wer von ihnen die Schönste sei, wählten Paris zum Schiedsrichter. Hera versprach ihm die Herrschaft über die Welt, Athene Weisheit, Aphrodite die schönste Frau der Welt: Helena.
Paris entschied sich für Aphrodite und verließ Oenone. Er ging nach Troja, wurde dort als der verstoßene Sohn des Königs erkannt, fuhr nach Sparta, um dort Helena zu rauben, die mit Menelaos verheiratet war.
Oenone blieb verlassen in den Bergen zurück. Als sich später ihr Sohn Korythos auch in Helena verliebte, erschlug ihn Paris, ohne ihn als seinen Sohn zu erkennen.
Nachdem Paris im Trojanischen Krieg, der durch seinen Raub der Helena ausgelöst worden war, durch einen vergifteten Pfeil verwundet wurde, ließ er sich zu Oenone auf den Berg Ida tragen, in der Hoffnung, sie würde ihn heilen, weil sie eine Heilerin war. Doch sie verweigerte ihm ihre Hilfe, denn sie konnte ihm seinen Verrat nicht verzeihen. Paris kehrte nach Troja zurück, starb dort einen qualvollen Tod.
Oenone eilte ihm mit ihrem Heilmittel hinterher, ließ ihm einen Scheiterhaufen errichten und als er brannte, sprang sie zu ihrem Geliebten ins Feuer.