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Aufbruch
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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Reisen macht mit dem Abschied vertraut. Es verdichtet das Erleben, das schmerzliche Glück, wenn wir die Wehmut zulassen, neu Entdecktes ohne Aussicht auf mögliche Rückkehr verlassen zu müssen.

"An allem Anfang steht aber erst einmal das Vermögen, Abschied zu nehmen. Der Reisende muß tausend Tode sterben können, ohne verlorenzugehen, ja daß er sie stirbt, ist gar die Bedingung von Aufbruch sowohl wie glücklicher Wiederkehr."
"Wer früher sich auf Reisen machte, bestellte sein Haus, als könnte es endgültig sein. Hängt nicht aber das Glück, etwas wie als erster oder zum erstenmal zu sehen, vom Bewußtsein ab, es vielleicht auch letztmals gesehen zu haben?"
"Reisen also nicht bloß als zeitlich begrenzte Tätigkeit, sondern als eine Einstellung zum Leben. Das Reisenkönnen veranschaulicht in diesem Sinne die Vorstellung eines Lebens, das den Tod in sich aufnimmt."
Gert Mattenklott, Der übersinnliche Leib, 192f.