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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Der Ausweglosigkeit des Lebens kann letztlich nur eine hoffnungslose Einsamkeit entsprechen.

"Schon möglich, daß die Einsamkeit den Menschen zerbricht, wie Hölderlin, wie Pascal, wie Nietzsche; aber dieser Zusammenbruch, dieser Absturz ist für ein geistiges Wesen immer noch würdiger, als sich gemein zu machen mit der Welt, die durch ihre menschliche, süß-verderbliche Versuchung infiziert und in eine Grube stößt. Stürze tiefer, in den Abgrund der Einsamkeit; auch so wirst du zugrunde gehen, doch mit deinem Absturz hast du deinem Werk und deiner Seele Haltung gegeben. Zum Feilschen ist hier kein Platz, so wenig wie für epikureische, halbweise, leisetreterisch vorsichtige Lösungen, wie mit dem Garten und mit den Freunden: Wenn du auf die Fragen der Welt antworten willst, kannst du nur aus der Einsamkeit heraus Antworten geben, die total sind, wie das Leben und der Tod. Und es stimmt nicht, daß diese tiefe, dichte Einsamkeit menschenfeindlich ist; du dienst der Sache der Menschen dann voll und ganz, wenn du dich von ihren Angelegenheiten zurückziehst.
Bleib einsam und erinnere dich. Bleib einsam und beobachte. Bleib einsam und gib Antworten. Gib dich keiner Hoffnung hin: Es gibt keine andere Lösung. Bleib einsam, auch wenn du daran zugrunde gehst. Das ist immer noch besser, als nach ihren Bedingungen zu leben."
Sándor Márai, Himmel und Erde, 218