Altern und Verfall durchdringen unausweichlich unser Bewusstsein. Dieser Prozess zunehmender Kränkung mündet in aussichtsloser Verbitterung.
"Wir alle sind dem Prozess des Alterns und des Sterbens unterworfen. Dieser Begriff des Alterns und des Todes ist dem menschlichen Individuum unerträglich: In unseren Zivilisationen entfaltet er sich souverän und unbedingt, er füllt zunehmend das Feld des Bewusstseins aus und lässt nichts neben sich bestehen. So festigt sich nach und nach die Gewissheit von der Begrenztheit der Welt. Das Begehren selbst verschwindet; was bleibt, ist Verbitterung, Eifersucht und Angst. Vor allem Verbitterung. Eine ungeheure, unvorstellbare Verbitterung. Keine Zivilisation, keine Epoche war imstande, bei ihren Subjekten ein solches Maß an Verbitterung zu erzeugen. Unter diesem Gesichtspunkt ist das, was wir heute erleben, völlig neuartig. Müsste ich den geistigen Zustand unserer Zeit in einem Wort zusammenfassen, ich würde unweigerlich dieses wählen: Verbitterung."