Sich in der Trägheit einzurichten, in satter Bequemlichkeit Moos anzusetzen und vor der Macht der Gewohnheit zu kapitulieren, schläfert die Vitalität ein und glättet das Leben zu beschaulicher Übersichtlichkeit.
"Die menschliche Trägheit ist unermeßlich. Es ist der Triumph der Unbeweglichkeit über feinere Gesetze. Man nennt sie manchmal Weisheit; sie hindert das, was kommt, daran, zu schnell zu kommen.
Sehr wenige Leute lieben das Leben wirklich; das Grauen vor dem Wechsel ist der Beweis. Was man am wenigsten gern wechselt, sind, neben der Behausung, die Gedanken. Frau, Freunde - das geht vorüber; aber Behausung und Gedanken, das ist eine zu große Anstrengung. Man hat sich hingesetzt; nun hält man sich auch fest. Man möbliert ringsumher nach Wunsch, indem man alles sich selber sehr ähnlich macht, man vermeidet Widersprechendes; es wird ein Spiegel daraus, eine wohlvorbereitete Billigung des eigenen Wesens; in dieser Umwelt lebt man nicht mehr, man wurzelt."