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Helmut Brandt
Helmut Brandt: aus der Reihe "Gebärden" (2005)

 
Arbeit ist nicht nur eine Notwendigkeit, um sich sein Leben zu erhalten, Arbeit ist auch eine Flucht vor der Leere, die das Leben ohne Arbeit wäre.
"Das Bedürfnis zwingt uns zur Arbeit, mit deren Ertrage das Bedürfnis gestillt wird; das immer neue Erwachen der Bedürfnisse gewöhnt uns an die Arbeit. In den Pausen aber, in welchen die Bedürfnisse gestillt sind und gleichsam schlafen, überfällt uns die Langeweile. Was ist diese? Es ist die Gewöhnung an Arbeit überhaupt, welche sich jetzt als neues, hinzukommendes Bedürfnis geltend macht; sie wird umso stärker sein, je stärker jemand gewöhnt ist zu arbeiten, vielleicht sogar, je stärker jemand an Bedürfnissen gelitten hat. Um der Langeweile zu entgehen, arbeitet der Mensch entweder über das Maß seiner sonstigen Bedürfnisse hinaus oder er erfindet das Spiel, das heißt die Arbeit, welche kein anderes Bedürfnis stillen soll als das nach Arbeit überhaupt."
Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches
in: Werke 1, 716
© 2011 Manfred Köhler
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