Die eigenen Defizite bestimmen häufig die Wahl der Beziehungen, die zerstörerisch verlaufen. Wäre man frei von ihnen, könnten sich andere Wege der Liebe erschließen.
"Der ungeheuerliche Unterschied zwischen den menschlichen Beziehungen, derer man bedarf, und jenen, die man zutiefst ersehnt. Der Bedarf entsteht aus dem Zusammenkommen negativer Werte; wird uns durch traumatische Erlebnisse eingepflanzt: Furcht, Zweifel, Beklemmung, Abhängigkeit, Schwächen, Unzulänglichkeit, Unvollkommenheit. Ein bestimmtes Verhältnis kann die Furcht beseitigen, Angst beschwichtigen, eine gewisse Ergänzung darstellen, einen Verlust ersetzen, eine organische Untauglichkeit wettmachen, eine Unsicherheit einlullen, eine Ersatzliebe bieten.
Doch ist es vielleicht nicht die Liebe, die man sich wünschte, wäre man von allen diesen Negativa frei. Ein negativer Faktor bestimmt die Wahl, ähnlich wie eine Kletterpflanze an einer Mauer Halt sucht, und verhindert eine positive Wahl."