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Einen Brief zu schreiben ist nicht nur ein "Ferngespräch" mit dem Anderen. Im Schreiben findet immer auch eine Selbstreflexion statt, die sich mit der Botschaft an den Empfänger vermischt, und somit eine eigene, tiefergehende Bedeutung erhält, als es das Sprechen vermag.
Erst gab es das Sprechen. "Aber dann kam der Brief, der nun eine andere Art der Verbindung knüpft: man verständigt sich, ohne zu hören, liebt, ohne einander zu berühren, sieht sich, auch wenn der andere fern ist, und zwar im Abbild jener Person, das wir in unserer Erinnerung aufrufen." (17)
Der Brief ist kein Ersatz für ein Gespräch, er ist etwas ganz und gar Eigenes. Er ist eine besondere Art, Menschen miteinander zu verbinden. Im Spanischen gibt es das Verb «sich briefen» - cartearse.
Der Empfänger des Briefes ist nicht nur der Andere, sondern auch der Schreibende selber. "Wir richten eine Botschaft an einen bestimmten Menschen, aber er, der Brief, richtet sich zuerst an uns." - Briefe schreiben bedeutet, "sich seiner selbst bewußt werden". (25)
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