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Erfahrung
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PW 

 
Fotografieren ist der zweifelhafte Versuch, das Leben dem Tod zu entreißen. Doch das im Bild Festgehaltene ist schon im Augenblick des "Klicks", in der Erstarrung, ein Zeugnis des Vergangenen und wird vom Leben überholt.

"All die jungen Photographen, die durch die Welt hasten, weil sie sich dem Aktualitätenfang verschrieben haben, wissen nicht, daß sie Agenten des TODES sind. Auf diese Weise begegnet unsere Zeit dem TOD: unter dem leugnenden Alibi des überschäumend Lebendigen, und der PHOTOGRAPH betreibt es gewissermaßen als Beruf. [...] Denn in einer Gesellschaft muß der TOD irgendwo zu finden sein; wenn nicht mehr (oder in geringerem Maße) in der religiösen Sphäre, dann anderswo; vielleicht in diesem Bild, das den TOD hervorbringt, indem es das Leben aufbewahren will. Die PHOTOGRAPHIE könnte als Erscheinung, die mit dem Schwinden der Riten einhergeht, vielleicht mit dem Vordringen eines asymbolischen TODES in unserer modernen Gesellschaft korrespondieren, eines TODES außerhalb von Religion und Ritual, einer Art von plötzlichem Eintauchen in den buchstäblichen TOD." (102f.)
Roland Barthes, Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photographie