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Leben
Helmut Brandt: Altamira

 
Im demütigenden Wissen um die banale Abfolge unseres Lebens gibt es Momente oder Augenblicke, die uns trösten und versöhnen wollen. Glückssplitter, die unser Leben aufschäumen, als gelte es, das unausweichliche Dunkel aufzuhalten.

"Wir führen unser Leben, verrichten unsere Tätigkeiten, und dann schlafen wir — so einfach und so gewöhnlich ist das. Ein paar springen aus dem Fenster, ertränken sich oder nehmen Tabletten; ein paar mehr sterben bei Unfällen; und die meisten von uns, die breite Masse, werden langsam von irgendeiner Krankheit verzehrt oder, wenn wir großes Glück haben, vom Zahn der Zeit. Und es gibt nur diesen einen Trost: eine Stunde hie und da, in der es uns wider alle Wahrscheinlichkeit und Erwartung so vorkommt, als schäume unser Leben über und schenke uns alles, was wir uns je vorgestellt haben, obgleich jeder (...) weiß, daß auf diese Stunden unausweichlich andere folgen werden, die weitaus dunkler sind und schwerer."
Michael Cunningham, Die Stunden, 217

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