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fremd und unnatürlich
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Dass der Tod das Leben begrenzt, ist eine lebenslange Kränkung. Angesichts seiner Unabwendbarkeit wird das Leben entmutigend fragwürdig.
"Der Tod. Ihn kann ich nicht lernen. Der Tod ist in mir selbst, und dennoch gehört er mir nicht zu. Er ist in mir und gegen mich. Und nicht einzuholen. Niemals zu begreifen, niemals. Er läßt sich auch nicht annehmen oder hinnehmen. Er ist eine Kränkung, die tiefste Kränkung, die sich nur denken läßt. Nicht daß ich ihn fürchte - ich habe lange genug Gift bei mir getragen in der Zeit der Bedrängnis. Der Tod ist mir so absolut fremd, daß ich ihn noch nicht einmal fürchten kann. Und doch ist er mir gewiß. Das ist es, was dieser Stich und Schnitt und Blitz bedeutet. Sobald ich seine Bedeutung derart auseinanderlege und auszusprechen versuche, wird der Gedanke des Lebenden an den Tod zu einer ungeheuerlichen Überhebung. Und doch bin ich fast sicher, daß im Grunde alle so empfinden oder doch so empfänden, wenn sie es sich nur klarmachten. Auch die Frommen. Auch der legendäre Sokrates, von dem es heißt, er allein sei imstande gewesen, dem Tode mit einer ganz gewöhnlichen Miene zu begegnen, »d'un visage ordinaire«. Wir betrügen uns, wenn wir glauben oder erkennen oder jedenfalls behaupten, der Tod sei natürlich. Mir ist er nicht natürlich. Uns ist der Tod nicht natürlich."
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