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Leben
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Helmut Brandt: Mauertattoo


 
Die äußere Bewegung weckt die innere. Gehen befreit das Denken, öffnet den Geist.

"Kaum daß ich spazierengehe, beginnen die Gedanken wieder zu laufen, weil sich über die Augenwege der innere Kreislauf aktiviert. Die Früchte der Augenweide erwecken die Sprachlust, das Formulieren animiert die Gedankensprünge, die Gedanken entwerfen oder schraffieren meine Welt mitsamt deren Hoffnung und Ohnmacht, Weite und Grenzen. Vor allem steht das Existenzwesen wie ein Hampelmann wieder auf aus dem Gossenschlaf und beginnt sich zu regen, zu fragen, sich zu erinnern. Nur im Gehen findet das statt. Der Spaziergang entzündet den Irrgang durch die Welt des Kopfes. Jedes Einzelne löst ein Anderes aus, das brennt sich ab längs der Zündschnur in jeder Richtung und erzeugt ein Aufzüngeln verschiedener Herde und schließlich den Flächenbrand - diese Belebung.
Von Robert Walser gibt es den schönen Satz: »Denken und Gehen, Sinnen und Schreiben, Dichten und Laufen waren verwandt miteinander.«"
Paul Nizon, Am Schreiben gehen, 122