Beim Gleiten übt man Macht aus, ohne Spuren zu hinterlassen, ohne sich zu kompromittieren.
"Das Gleiten ist Handlung auf Distanz, es sichert meine Herrschaft über die Materie, ohne daß ich in diese Materie einsinken und in ihr verkleben muß, um sie zu bezähmen."
"Bewundernswertes Bild der Macht. Daher der bekannte Rat: 'Gleitet, ihr Sterblichen, lastet nicht!', was nicht bedeutet: 'Bleibt oberflächlich, geht nicht in die Tiefe', sondern vielmehr: 'Realisiert Tiefensynthesen, aber ohne euch zu kompromittieren'. Und gerade das Gleiten ist Aneignung, denn die durch die Geschwindigkeit realisierte tragende Synthese gilt nur für den Gleitenden und nur für die Zeit des Gleitens. Die Festigkeit des Schnees gilt nur für mich, ist nur mir spürbar; sie ist ein Geheimnis, das er mir allein anvertraut und das hinter mir schon nicht mehr wahr ist. Das Gleiten realisiert also eine strikt individuelle Beziehung zur Materie, eine historische Beziehung; sie sammelt und festigt sich, um mich zu tragen, und fällt hinter mir ohnmächtig in ihre Zerstreutheit zurück."
"Das Ideal des Gleitens ist also ein Gleiten, das keine Spur hinterläßt: das Gleiten auf dem Wasser... Das Gleiten auf dem Schnee ist schon weniger vollkommen; hinter mir ist eine Spur, ich habe mich kompromittiert, so leicht es auch ist. Das Gleiten auf dem Eis, bei dem das Eis eingeritzt wird und das eine schon ganz organisierte Materie vorfindet, ist von ganz niederer Qualität..."
"...Angleichung des Schnees an das Wasser, das gefügig und ohne Erinnerung trägt, an den nackten Frauenkörper, den die Liebkosung unversehrt läßt und bis ins Innerste erregt: das ist die Einwirkung des Skiläufers auf das Reale."