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Helmut Brandt
Helmut Brandt: aus der Reihe "Gebärden" (2005)

 
"Hegel, so stelle ich es mir vor, berührte das Extrem. Er war noch jung und glaubte verrückt zu werden. Ich stelle mir sogar vor, daß er das System entwickelte, um entkommen zu können (jede Art von Errungenschaft ist mit Sicherheit die Leistung eines einer Bedrohung entfliehenden Menschen). Am Ende erreicht Hegel die Befriedigung; er kehrt dem Extrem den Rücken. Das inständige Flehen ist in ihm gestorben. Daß man das Heil sucht, geht noch an; man bleibt am Leben, man kann nicht sicher gehen, man muß es weiterhin erflehen. Hegel gewann zu seiner Lebenszeit das Heil, tötete das inständige Flehen und verstümmelte sich. Es blieb von ihm nur ein Spatenstiel übrig, ein moderner Mensch. Aber bevor er sich verstümmelte, hat er freilich das Extrem berührt und das inständige Flehen erfahren: seine Erinnerung führt ihn an den wahrgenommenen Abgrund zurück, um ihn zu annullieren. Das System ist die Annullierung."
George Bataille, L'expérience intérieure
© 2011 Manfred Köhler
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