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Der philosophische Idealismus ist eine angstbestimmte Zuspitzung der Selbstbehauptung, das Andere wird abgewehrt durch Integration.

"Er indiziert eine angstabwehrend herrschaftslüsterne Ichvergrößerung, die ihrerseits schutzlos sich der Verfolgung durch die vorgeblich integrierte Wirklichkeit aussetzt. Reflex der eigenen Aggression, welche die fremdheitstilgende Besetzung nicht zu halten vermag. Solches Denken trägt die Male eines seltsam in die Imagination verschobenen Wahn an sich, den Gestus, die Realität in Regie zu haben bis hin zu der Ungeheuerlichkeit der Vorstellung der Identität mit ihr, dem großen Verfolger. Angst provoziert die ichinflationäre Realitätsokkupation, die sich in letzter Steigerung als -kreation ausnehmen möchte, und die Rache an dieser Maßlosigkeit folgt auf dem Fuße: die okkupierte Realität kehrt sich mit eben der Maßnahme gegen den Okkupator, die dieser ihr angedeihen ließ, - ein circulus vitiosus der Angst."
Rudolf Heinz, Psychoanalyse und Kantianismus, 31f.

Zu zeigen wäre, "daß die idealistischen Philosophien absoluter Selbstverwirklichung als mentale Weltvernichtung die reale Weltvernichtung antezipieren."
Rudolf Heinz, Genealogie und Gewissen
Briefwechsel 1984-1986 (mit Rainer Schubert), 14