Begegnet man in einer Verbindung von Kraft und Behutsamkeit der Welt und den Menschen, dann öffnet sich der Reichtum des Lebens.
"Wer das Leben haben will, muß sanft an das Leben herangehen, so sanft, wie man an ein Wild, ein Rehkitz herangeht, das sich unter einem Baum eingenistet hat. Eine gewalttätige Bewegung, eine heftige Behauptung des Eigenwillens, und das Leben ist dahin. Man muß sich wieder auf die Suche machen. Und leise, sanft, mit unendlich sensiblen Händen und Füßen und einem vollen, von Eigenwillen freien Herzen muß man sich dem Leben wieder nähern und endlich mit ihm in Berührung kommen. Selbst wenn man eine Blume abreißt, hat man sie für immer aus seinem Leben verloren. Nähert man sich mit Gier und Eigenwillen einem anderen Menschen, hält man plötzlich einen dornigen Dämon in den Händen, der giftige Stiche hinterläßt.
Aber mit Stille, unter Aufgabe der Selbstbehauptung und erfüllt vom tiefen, wahren Ich kann man sich einem anderen Menschen nähern und das köstlichste Beste des Lebens erfahren, die Berührung. Die Berührung der Füße mit der Erde, die Berührung der Finger mit einem Baum, mit einem Geschöpf, die Berührung von Händen und Brüsten, die Berührung von Körper zu Körper und die gegenseitige Durchdringung der leidenschaftlichen Liebe: das ist das Leben selbst, und in der Berührung sind wir alle lebendig."