Existieren ist das "Werden des Todes", menschliches Leben gewinnt seinen Wert aus dem Tod.
"Der Tod arbeitet mit uns in der Welt; als die Macht, die die Natur vermenschlicht, die die Existenz zum Sein erhebt, ist er in uns und gleichsam unser menschlichstes Teil; Tod ist er nur in der Welt, der Mensch kennt ihn nur, weil er Mensch ist, und Mensch ist er nur, weil er das Werden des Todes ist. Sterben aber heißt, die Welt zerbrechen; heißt den Menschen verlieren, das Sein vernichten; heißt somit also auch, den Tod verlieren, verlieren, was den Tod an ihm selbst und für mich zum Tod gemacht hat. Solange ich lebe, bin ich ein sterblicher Mensch, doch wenn ich sterbe und aufhöre, Mensch zu sein, höre ich auch auf, sterblich zu sein, bin ich nicht mehr imstande zu sterben. Der Tod, der sich ankündigt, läßt mich erschaudern, da ich nunmehr gewahre, was er in Wirklichkeit ist: nicht mehr Tod, sondern die Unmöglichkeit zu sterben."