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Helmut Brandt: "Altamira"


 
Das Lachen ist Ausdruck einer Schwäche und einer Entwürdigung. Der Mensch im Paradies lachte nicht, er kannte nur die Freude. Das Lachen ist Ausdruck des gefallenen Menschen.

"Das Lachen beruht auf der Vorstellung der eigenen Überlegenheit."
"Ich sagte schon, daß ein Merkmal der Schwäche im Lachen sei, und wirklich, welches hervorstechende Merkmal von Schwäche möchte es geben als einen nervösen, unwillkürlichen, dem Niesen vergleichbaren Krampf, der durch den Anblick fremden Unglücks ausgelöst wird. Das Unglück aber ist fast immer eine Schwäche des Geistes. Kann es daher etwas Bejammerungswürdigeres geben als die Schwäche, die sich über die Schwäche belustigt?" (254f.)
"Das Lachen ist satanisch, also im tiefsten menschlich. Es ist im Menschen die Vorstellung seiner eigenen Überlegenheit, und tatsächlich, wie es durchaus menschlich ist, ist es auch durchaus widersprüchlich. Nämlich zugleich Zeichen einer unendlichen Grösse, im Vergleich mit den Tieren, und eines unendlichen Elends, gemessen an der dem Menschen zugänglichen Vorstellung des absoluten Wesens. Aus dem beständigen Widerstreit dieser beiden Unendlichkeiten entsteht das Lachen." (257)
"Die Freude ist einheitlich. Das Lachen ist der Ausdruck einer zweifachen oder gegensätzlichen Empfindung, und daher hat es etwas Krampfhaftes." (260)
Charles Baudelaire, Über das Wesen des Lachens und besonders über das Komische in der darstellenden Kunst
in: Ausgewählte Werke, 245ff.