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Tod
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Helmut Brandt: ohne Titel


 
Der kalte Hauch des Todes kann womöglich nur annähernd begriffen werden, wenn auch das Leben schon vom Leiden durchwoben ist.

"Kann man überhaupt vom Tode reden, ohne von der Erfahrung der Agonie durchdrungen zu sein? Der Tod kann kaum begriffen werden, wenn das Leben nicht als langwieriger Todeskampf empfunden wird, in dem der Tod mit dem Leben verwächst. Der Tod ist nicht etwas Äußerliches, vom Leben ontologisch Verschiedenes, denn ein vom Leben unabhängiger Tod kann nicht statthaben.
(...)
Die gesunden, normalen und mittelmäßigen Menschen haben keine Erfahrung der Agonie und auch sonst keinerlei Todesempfindung. Sie leben dahin, als hätte das Leben endgültigen Charakter. Es liegt in der Struktur des oberflächlichen Gleichgewichts normaler Menschen, die absolute Autonomie des Lebens vom Tode zu fühlen und diesen in einer dem Leben transzendenten Realität zu objektivieren."
E.M. Cioran, Auf den Gipfeln der Verzweiflung, 30f.