SynSign
Leben
Name 
PW 
Helmut Brandt: "Altamira"


 
Die Schönheit der Welt als göttlich zu empfinden, ein sich selbst überschreitendes Wahrnehmen, ein nicht fassbares Ergiffensein, was uns in der Tiefe berührt.

"Ich möchte sagen, daß es in dieser Welt Göttliches gibt. Was ich sage, steht abseits der direkten Frage: Gott ist ein Substantiv, ein Name; göttlich ist ein Adjektiv, etwas Beiseitegesprochenes. Die Welt ist göttlich, ist voll von göttlichen Dingen. Dieses Meer, diese Ebene, dieser Fluß, dies Eisfeld, der Baum, das Licht und das Leben. Ich weiß es, ich sehe es, ich fühle es, ich bin erleuchtet, ich brenne. Das Meer von Wein und das göttliche Leben. Das Adjektiv, auf die Seite gesprochen, abgehoben von Namen und Begriffen der Philosophie, genügt mir als Parabel. Ja, das Göttliche ist da, ich berühre es, diese Dinge sind unwahrscheinliche Wunder; ich habe nie aufgehört, die Welt zu lieben und zu sehen, daß sie schön ist. Ja, meine Philosophie ist adjektivisch, sie ist verwundert. Das Wirkliche ist nicht rational, es ist unwahrscheinlich und wunderbar."
Michel Serres, Der Parasit, 76f.