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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Man schaut auf das Meer oder auf eine Landschaft und versucht das zu sehen, was man sieht und doch nicht sieht. Über allem liegt das Licht.

"Denn mehr als alles andere gemahnt das Licht daran, wie unzureichend es ist, die Sonne anzusehen und »Sonne« zu sagen, die See anzusehen und »See« zu sagen. Es nützt nichts vorzugeben, sie beide hätten keinen metaphorischen Status, daß das wabernde Flirren des Mittags um Tiwarik nicht zugleich auch in allen möglichen Formen Abschiede vom Licht beinhaltet. Folglich erblickt man hinter jeder Landschaft eine Flüchtigkeit, als raste etwas dem Auge nicht Erkennbares durch sie hindurch, etwas, das beinahe Auge war, verliebt und vorübergehend, intelligent und durstig.
Dieses Auge gilt es zu kultivieren, eine Art des Schauens, das das Ego hinter sich zurückläßt. Dieses eigentliche Auge kümmert sich nicht darum, ob man es mag, noch meint es, es müsse unterhalten. Der Seeschwalbe gleich gleitet es auf leichtem Wind zwischen arktischen Gletschern oder starrt in Löcher tief unten, in ultramarinen Tiefen. Ruht sein Blick auf Haut, wundert es sich, wie leicht sich Verlangen abreiben läßt, weiß jedoch um ein nie gestilltes Sehnen. Unruhige Winde wehen durch alles, was es sieht, und sie können sehr klare und unvermutete Umrisse zurücklassen."
James Hamilton-Paterson, Wasserspiele, 205