Tag für Tag und Nacht für Nacht ist man zusammen. Niemals ist man allein, auch wenn der Andere nicht da ist.
"Wenn man solang verheiratet ist und immer auf vier Füßen geht und immer Doppelatemzüge macht und jede Gedankenstrecke zweimal geht und die Zeit zwischen den Hauptsachen doppelt voll mit Nebensachen geräumt ist: Da sehnt man sich natürlich manchmal wie ein Pfeil nach einem ganz luftdünnen Raum. Und fährt auf in der Nacht, erschreckt von den eignen Atemzügen, die eben noch so gleichmäßig dahingegangen waren ohne einen selbst. Aber hebt sich nicht los. Kniet sich nicht einmal wirklich auf. Sondern reibt ein Zündholz an. Und da liegt noch so einer in Fleisch gewickelt. Das erst ist Liebe."
Hast du niemals Hass gegen mich empfunden, wenn du mich einfach so im Raum stehen gesehen hast ( "wie ein Messer, das dir immerzu im Wege liegt" ), fragt er seine Frau. Sie erwidert, das wäre dann das Ende der Liebe. Er widerspricht ihr: Nein, das wäre der Anfang.
"Nein! Der wahre Anfang! So versteh doch: Liebe ist das einzige, was es zwischen Mann und Frau überhaupt nicht gibt! Als einen eigenen Zustand. Das wirkliche Erlebnis ist einfach: ein Erwachen."