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Helmut Brandt: aus der Reihe Altamira (2005)

 
Eher wenig hat die Liebe mit dem Anderen zu tun, die Liebe ist ein Zustand gesteigerten Daseins, in den man anläßlich eines Anderen gerät, und diesen Zustand liebt man. Seltsamerweise glaubt man, das Objekt seiner Liebe sei der Andere. Dabei irritiert es keineswegs, daß man den Anderen kaum kennt.
Man kennt ihn nicht und er ist einem fremd, aber man schläft mit ihm und glaubt ihn zu lieben.
Ein Zustand der Selbstentflammung - und der Andere ist nur der Docht in der Liebesflamme, schrieb Hugo von Hofmannsthal.
Man kann es genießen, wenn man genügend Distanz zu sich selbst hat, es ist auch ein Bild, das sich als Hilfe anbietet. Aber meistens gelingt es nicht.
Was aber den Narzißmus nicht entkräftet. Man bleibt in seiner Einsamkeit gefangen und verloren.
© 2003-2010 Manfred Köhler
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