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Liebe
Helmut Brandt: Visuelle Poesie

 
Wenn eine Liebe scheitert, kann man sich in der Wehmut einrichten und das Verlorene weiterlieben. Oder man gibt sich der Täuschung hin, abgekehrt vom Objekt die Liebe zu lieben. Letztlich bleibt mit dem Selbstbetrug die Einsamkeit.

"Vorübergehend mag es gelingen, sich so einzustellen, daß das Verlorene geliebt wird. Das ist die Lösung der Melancholie. Oder man versucht es mit der Virtuosität, man liebt die Liebe und bahnt der Selbstreferenz im Dickicht der Beziehungen eine neue Gasse. Schließlich liebt man den, der die Liebe liebt, und schlägt sich in seine Einsamkeit wie in einen leeren Mantel. Doch ist kein Selbst mehr Anlaß für ein Glück - es sei denn, daß man abgefunden wurde mit dem eigenen Tod."
Dietmar Kamper, Zur Soziologie der Imagination, 183

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