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Liebe
Helmut Brandt: Altamira

 
Es ist nicht nur und nicht erst der Tod, der uns aus der Welt gehen lässt. Der Gipfel der Lust, der das Bewusstsein ausschaltet, die eigenen Grenzen auflöst, der in der Hingabe an den Anderen widerstandslos die Selbstaufgabe bejaht, verbindet die Liebe mit dem Tod.

"Für den harmlosen Menschen, der noch nicht vom Denken angekränkelt ist, erscheint der Tod wie ein Fliehen der Seele aus dem Körper, wie ein Aufgeben seiner selbst, ein Scheiden aus der Welt. Nun, dieses Sterben, dieses Aus-der-Welt-Heraustreten, dieses Aufgeben des Ichs tritt für Momente auch im Leben ein, es tritt ein, wenn der Mensch sich auflöst in Wollust, sinnlos, bewußtlos wird im Genießen, wenn er, wie der Volksausdruck lautet, im anderen stirbt. Mit anderen Worten, Tod und Liebe sind gleich."
Georg Groddeck, Das Buch vom Es, 155

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