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Erfahrung

 
Die Vermehrung der Bilder macht die Welt unsichtbar. Die Dinge verschwinden. An ihre Stelle tritt das Imaginäre.

"Visualisierung ist Entmaterialisation, ist Substituierung der Dinge durch Bilder der Dinge, ist schließlich der Triumph des Imaginären über das Reale. Gleichzeitig wird die Affinität der Welt als Bild zum Weltuntergang als Bild herausgearbeitet. Der herrschende Blick drängt auf Vernichtung des Sichtbaren. Er ist mörderisch in seinen Wirkungen."
Dietmar Kamper, Zeitfolter: Vom ewigen Kalender zum Alltag der Termine; in: Die sterbende Zeit, 263
"Die Menschen waren nie Herren der Bilder. Sie können ebenso nie Herren der Zeichen werden. Die Mittel der Macht sind mächtiger als derjenige, der sie benutzt."
"Die Befreiung von natürlichen Zwängen endet bei einem zwanghaften Imaginären. (...) Die zu Bildern von Körpern transformierten Körper nehmen gewissermaßen eine subtile Rache. Sie errichten das Gefängnis der Bilder. Der Sarg, den der menschliche Körper für die Seele sein sollte, ist nun die Seele (als Resultat der Transformation) für den Körper."
"Die Dinge wollen, wenn sie nur noch Bilder sind, so schnell wie möglich verschwinden. Das geschieht durch Foto, Film und Fernsehen, deren unbewußte Aufgabe im Gegenteil ihrer Absicht das Unsichtbarmachen der Welt ist."
Dietmar Kamper, die kiste - black box - la chose
in: Heute ist Morgen, 37

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