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Helmut Brandt
Helmut Brandt: aus der Reihe "Gebärden" (2005)

 
Der Mensch sieht sich als Spitzenprodukt der Evolution, aber in seiner Existenz - einzeln und als Gattung - steht er in einem erschreckenden Mißverhältnis zum Leben und zur Erde. "Nichts ist unheimlicher als der Mensch", schrieb Sophokles ("Antigone").
Man mag die Geschichte des Menschen als eine des Untergangs oder der Entwicklung sehen, in jedem Fall ist sie bestimmt von Unruhe, Angst, Ortlosigkeit, Aufbruch, Verwandlung. Menschsein bedeutet, sich zu suchen und sich nicht zu finden.
"Der Mensch ist eine nutzlose Leidenschaft", schrieb Sartre in "Das Sein und das Nichts". Der Mensch ist der gelebte Widerspruch, - das, was sich nicht vereinen läßt. Er quält sich mit sich selbst und dem Leben, neigt zu grandiosen Selbstüberschätzungen und verheerenden Abstürzen. Existieren kann er nur durch Selbsttäuschungen und Fluchten. Vernichtung und Schöpfung, Krieg und Kultur sind die Spuren seines Scheiterns.
© 2011 Manfred Köhler
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