Es gibt zwei unterschiedliche Qualitäten von Wahrnehmung. Während sich die eine damit begnügt, fassbare Realitäten zu erkennen, verbindet sich die andere Form mit dem Unbewussten und setzt sich in einem Prozess von Verarbeitung fort.
"Es gibt also zwei Arten des Wahrnehmens, wie sich da zeigt, ein rein formales Kenntnis-Nehmen und eine existentiell verändernde Wahrnehmung, die eigentliche Apperzeption. So wie es Kenntnisse gibt, aber auch Er-kenntnisse, die allein das Wissen begründen, so wie es ein bewußtes Denken gibt, das uns wesentlich zu verändern nicht vermag, während unsere Geistesgeschichte mit ihren Verwandlungen sich im unbewußten Denken abspielt. Die erste Art von Wahrnehmung wäre einem physikalischen Vorgange vergleichbar, etwa einer bloßen Mischung zwischen Teilchen des Subjekts und Teilchen des Objekts, die zweite aber einer chemischen Verbindung, wobei ein neuer Stoff entsteht, der bisher nicht da war.
Das also ist die existenzielle Apperzeption, die chemische, sozusagen, die bis ins unbewußte Denken dringt. Sie allein verbindet den Menschen wirklich und wirksam mit der Objektswelt. Sie ist produktiv."