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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Das Rauchen ist ein komplexer, magisch-religiöser Vorgang: nicht nur das Verbrennen von etwas und das Ein- und Ausatmen des Rauchs, sondern auch die kleinen Handlungen drumherum: das Herausnehmen der Zigarette aus der Packung, das Anzünden, oder bei Zigarren das Anschneiden, oder bei der Pfeife das Stopfen und später das Ausklopfen, usw.
Rauchen ist ein symbolisch überdeterminierter Vorgang: es ist eine Verbrennung, ein Austauschvorgang über das Atmen, ein zeitlich begrenzter und so die Zeit strukturierender Vorgang. Damit schreibt es sich in die Psyche eines Menschen ein. Je länger man geraucht hat, desto geringer ist die Chance, sich von dieser tiefen und komplizierten Abhängigkeit befreien zu können.

"Man darf nicht vergessen, daß Zigaretten, das Zeremoniell, mit denen man sie aus der Schachtel herauszieht und mit dem Feuerzeug anzündet, und jene seltsame Wolke, die dann in uns eindringt und die wir durch unsere Nüstern ziehen, mit ihren großen Zauberkräften die Welt verführt und erobert haben."
Jean Cocteau, Vorwort zu Le tabac dans l'art, l'histoire et la vie
zitiert in: Richard Klein, Schöner blauer Dunst, 23