Während der Urlaub eine ohnmächtige und blinde Flucht aus der Trostlosigkeit des Alltags ist - "nichts wie weg" - und der andere Ort selbst kaum wahrgenommen wird über einige stumpfsinnige Vergnügungen hinaus, ist die Reise etwas anderes.
Früher nahm man eine Reise nicht freiwillig auf sich, denn sie war mit Entbehrungen und Gefahren verbunden. Das ist das Reisen auch heute noch, sogar der Urlaub, wobei man bei diesem mit Schadenersatzforderungen reagiert, wenn den Erwartungen nicht entsprochen wird.
Zu einer Reise "bricht man auf", man öffnet sich, man löst sich von Vertrautem, um dorthin zu gelangen, wo man sich selbst fremd wird in einem fremden Außen, wo man im Schutz des Unbekanntsein die Möglichkeit spürt, ein Anderer zu werden. Ein Traum von einem Neubeginn, einer Verwandlung.
Es gibt Menschen, die nicht reisen können oder wollen (was das gleiche ist). Die Lust zu reisen ist die Lust, sich in offenen Räumen zu bewegen, Neues zu entdecken - und das ist auch ein Verhältnis zu sich selbst. Es ist die Lust sich zu verlieren und sich wieder zu finden.