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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Etwas retten zu wollen, ist eine Form der Liebe. Man löst es aus seinem Zusammenhang heraus und sperrt es in einen Käfig.
"Es ist beim Sammeln das Entscheidende, daß der Gegenstand aus allen ursprünglichen Funktionen gelöst wird um in die denkbar engste Beziehung zu seinesgleichen zu treten. Diese ist der diametrale Gegensatz zum Nutzen und steht unter der merkwürdigen Kategorie der Vollständigkeit. Was soll diese 'Vollständigkeit'? Sie ist ein großartiger Versuch, das völlig Irrationale seines bloßen Vorhandenseins durch Einordnung in ein neues eigens geschaffenes historisches System, die Sammlung, zu überwinden."
"Glück des Sammlers, Glück des Einsamen: tête à tête mit den Dingen. Ist nicht das die Beseligung, die über unseren Erinnerungen waltet, daß wir in ihnen mit Dingen allein sind, die sich stillschweigend um uns anordnen, und daß selbst die Menschen, die dann auftauchen, dieses zuverlässige, bündnishafte Schweigen der Dinge mit annehmen. Der Sammler 'stillt" sein Schicksal. Und das heißt, er verschwindet in der Welt der Erinnerung."
© 2011 Manfred Köhler
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