Zu leben bedeutet, sich der Zukunft zu öffnen, obwohl man zum Tode verurteilt ist. Das Leben ist ein fortwährender Aufschub des Todes.
"Gleichwohl hält sich das Subjekt trotz des Zugehens auf den Tod, das für Dritte ersichtlich ist, für unvergänglich: in der Tat, es gibt keinen Grund, warum man ausgerechnet an einem bestimmten Tag sterben sollte. Entspricht diese Mischung aus Unsicherheit und Hoffnung nicht der faszinierenden Natur des Abenteuers? Denn auch das Abenteuer ist eine Halböffnung. Wie die einzelnen Abenteuer unseres Lebens, ist unser ganzer Lebenslauf etwas Halbgeschlossenes; so daß, wenn unser ganzes Leben ein großes Abenteuer ist, jedes einzelne Abenteuer sozusagen ein kleines, verkürztes und intensives Leben innerhalb des großen ist. Der Mensch denkt ganz allgemein an den Tod, er trifft Vorsorge und schließt für die Zeit, da er nicht mehr sein wird, Versicherungen ab, aber er zieht niemals den Tod im besonderen in Betracht." (191)
"Die Ungewißheit der Stunde (...) macht uns glauben, daß die Würfel noch nicht gefallen sind." (195)