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Tod
Name 
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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Das Leben verdichtet sich, wenn man sich an der Grenze zur Selbstzerstörung empfindet.

"Man muß die Manie, sich selbst zu zerstören, empfunden haben. Ich spreche nicht vom Selbstmord: Leute wie wir, verliebt ins Leben, ins Unvorhergesehene, in die Lust 'es zu erzählen', können höchstens aus Unbedachtsamkeit zum Selbstmord kommen. (...)
Der sich selbst Zerstörende ist ein Typ von zugleich verzweifelter und zweckhafter Haltung. Der sich selbst Zerstörende ist bemüht, in sich jeden Makel, jede Feigheit zu entdecken und diese Anlagen zu begünstigen bis hin zur Selbstvernichtung, indem er sie immer wieder sucht, sich an ihnen berauscht, an ihnen seine Lust hat. Der sich selbst Zerstörende ist in entschiedener Weise seiner selbst sicherer, als es je ein Sieger in der Vergangenheit war; er weiß, daß die Verbindungsschnur zum nächsten Tage, zur möglichen wunderbaren Zukunft ein kräftigeres Kabel ist - da es sich um den letzten Ruck handelt - als irgendein Glaube oder sonst etwas Unanfechtbares.
Der sich selbst Zerstörende ist vor allem ein Komödiant und ist Herr über sich selbst. Er läßt keine Gelegenheit aus, sich zu empfinden und sich zu prüfen. Er ist ein Optimist. Er erhofft vom Leben alles und ist rasch dazu gestimmt, (...) die höchsten oder bedeutungsvollsten Töne von sich zu geben."
Cesare Pavese, Das Handwerk des Lebens, 41f.