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Helmut Brandt: Vanitas (2003)

 
Melancholie ist Unfähigkeit, sich die Welt anzueignen, Ansprüche an den Anderen zu stellen, sich begehrend aufs Spiel zu setzen.
"Die Melancholie, die Leben und Tod so ineinander verschränkt, daß kein Freiraum bleibt, ist ständige Sorge auf moralischer und leidvolle Impotenz auf sexueller Ebene. Als Zusammenbruch des Enthusiasmus, als Herrschaft des Abgrunds, aus der man den unentwindbaren Zugriff einer überfürsorglichen Mutter herauslesen kann, entschärft die Melancholie das Wissen und vernichtet die Erektion. (...) Außerstande, eine Form oder ein Objekt des Wunsches lange aufrechtzuerhalten, gelingt es dem Melancholiker, sie - kaum daß sie errichtet sind - zu vernichten und sich in diesem haltlosen Taumel selbst aufzulösen."
Julia Kristeva, Geschichten von der Liebe, 79f.