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Helmut Brandt: aus der Reihe Altamira (2005)

 
Sexualität geht an Grenzen und überschreitet sie. Es sind Grenzen zum Anderen und zu sich selbst. Man stürzt tief in sich und liefert sich dem Anderen aus, beides führt einen weg von dem, worin man sich sicher fühlt. Es mag zur Verheißung werden, sich zu verwandeln und ein anderer zu werden.
Dies in einer Begegnung mit dem Anderen, die wie ein Krieg ist, eine Form von Gewalt.
Sexualität kann natürlich einfach nur ein körperlicher Selbstgenuß sein und ist es auch meistens - und kaum mehr als das. Eine Selbstbefriedigung am Anderen. Wenn es darüber hinausgeht, läuft es oft auf ein Scheitern hinaus - an sich selbst und am Anderen. Die Unzulänglichkeit, an der man scheitert, ist Bequemlichkeit und Feigheit. Man hat vergessen, um welchen Einsatz es ging.
© 2011 Manfred Köhler
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