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Helmut Brandt
Helmut Brandt: aus der Reihe "Gebärden" (2005)

 
"Wer mich zu mir selbst weist, tötet mich. Ich habe geliebt und der Geliebten geglaubt, und da haben sie mir gesagt, warum gehst Du nie in Dein eigenes Herz und bildest Deine eigene Seele aus, Du hast eine recht hübsche Seele. Das habe ich dann geglaubt und bin traurig zurückgegangen in mich, aber ich konnte nichts tun, als die Stühle zurechtstellen, damit sie mich besuchen sollten. Ich habe immer geglaubt, das wäre die Ausbildung, aber sie sind nicht gekommen. Und wenn ich mich ans Fenster setzte und auf meiner Laute sang, um sie an mich zu erinnern, und sie herbei zu locken, so haben sie mir herübergerufen, sehen Sie, es geht, Sie machen sicher einmal ein artiges Haus in der Stadt. Das hat mir immer innerlich das Herz zerschnitten, dann machte ich die Fenster zu und weinte, da meinten sie, ich appliziere mich. Und wenn ich in einsamer Traurigkeit an die Fenster hauchte, daß sie anliefen, und mit den Fingern die Namen meiner Geliebten hinein malte, standen sie unten und sprachen, jetzt verarbeitet er das Leben zu Poesie, jetzt ist er auf guten Wegen."
Clemens Brentano an Achim von Arnim, Marburg, 8.Sept. 1802
© 2011 Manfred Köhler
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