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Helmut Brandt: aus der Reihe Altamira (2005)

 
Es gibt verkommene Formen der Religiösität wie z.B. das Sonnenbaden. Und wie alle verkommenen Formen der Religiösität hat auch sie ihren Preis.
"Die große Sonne gleicht einem bösen Drachen und haßt das persönliche, nervöse Bewußtsein in uns. Wie dies ja auch all diese modernen Freunde des Sonnenbades bedenken müssen, denn sie zerfallen durch die Sonne selbst, welche sie bräunt. Die Sonne jedoch, einem Löwen gleich, liebt das feurige rote Blut des Lebens und kann ihm unendliche Bereicherung geben, wenn wir nur wissen, wie Sie zu empfangen. Aber wir wissen es nicht. Wir haben die Sonne verloren. Und sie läßt nur ihre Strahlen auf uns fallen und zerstört uns: Sie, der Drache der Vernichtung anstatt des Lebensbringers."
D.H. Lawrence, Apocalypse; zitiert von Karl Kerényi, in: Vater Helios
Was wir verloren haben, ist die "kosmische Sonne" als Ausdruck des höchsten Göttlichen. Wie es noch Goethe empfunden hatte, als er wenige Tage vor seinem Tod zu Eckermann sagte: "Fragt man mich, ob es in meiner Natur sei, die Sonne zu verehren, so sage ich: durchaus! Sie ist eine Offenbarung des Höchsten, und zwar die mächtigste, die uns Erdenkindern wahrzunehmen vergönnt ist."
© 2011 Manfred Köhler
DisclaimerKontaktInfoHelmut BrandtSitemapKommentare Bibliothek Links16.06.2005