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Gewalt des Anderen
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Der Andere stellt als Antlitz meine Existenz in Frage und nötigt mich, ihn zu lieben.
Liebe, "wenn man in dem salbungsvollen und schalen Wort Liebe noch die erdrückende, beschwerliche, quälende Nähe, die Verfolgung und die eindringliche Anklage wahrnimmt, jene Gewalt, die der Nächste auf mich ausübt. Von diesem Anderen bin ich getrennt, er entzieht sich meiner Macht, und doch komme ich nicht von ihm los. Er macht es mir unmöglich, unbefangen und aus dem vollen zu existieren, sei es als hedonistisches Ich, das seinen Genüssen lebt, als heroisches Ich, das seine Macht entfaltet, oder als bürgerliches Ich, das sich der Verfolgung seiner Interessen verschrieben hat. Der Andere: der, der uns das Spiel des Seins verdirbt. (...) Nicht ich liebe von Natur aus meinen Nächsten, sondern der Nächste fällt mir zu und zur Last, läßt mir keine Ruhe und drückt mich an die Wand - kurzum, er tut meiner Natur Gewalt an, indem er mir befiehlt, ihn zu lieben." (155)
"In der Liebe, zu der seine Gegenwart mich zwingt, liegt der ganze Schmerz des Verzichts auf eine königliche, unbeirrt ihren Gang gehende Existenz."
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