Das Wissen darum, sterben zu müssen, ist abstrakt, ihm entspricht keine Erfahrung, keine Vorstellung. Der Tod ist unvorstellbar. Als meine Vernichtung, Auslöschung übersteigt er das, was ich als meine Möglichkeiten ansehen kann.
Der Tod liegt über dem Leben wie ein Fluch - man ist geworden aus einem Nichts, und am Ende steht wieder das Nichts: das Leben als ein sinnloses Werden?
Erstaunlich ist einerseits die Unbekümmertheit, mit der Menschen durch ihr Leben gehen und ihre Interessen verfolgen, andererseits ist doch das Leben durchzogen von Todesgewissheit. Selbstbewusstsein ist Todesbewusstsein, und dieses Todeswissen entfaltet sich als menschliche Produktivität - als Kultur oder als Gewalt und Zerstörung.
Doch am Ende droht Hinfälligkeit und Hilflosigkeit, ein quälender Niedergang, wenn man nicht durch einen plötzlichen Tod ausgelöscht wird. Ansonsten bleibt nur noch ein mehr oder weniger langer und erbärmlicher Weg in die Ausweglosigkeit.
Man sieht das Unabänderliche auf sich zukommen und kann sich fragen, ob man die Kraft haben wird, angesichts des unausweichlichen Schicksals sich selbst zu beenden, bevor man beendet wird. Selbsttötung als Ausdruck von Würde und Stolz. Oder müssen wir uns bis zu diesem Ende erleiden, das uns durch den Verfall aufgezwungen wird?
Kann man sich am Ende aufbäumen gegen das Leben, indem man es sich nimmt, bevor man es verliert?