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Traumpfade der Melancholie
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Verführerisch ist es, in die Katakomben der Vergangenheit einzutauchen. Infiziert von schleichender Melancholie siechen die Visionen der Zukunft dahin, kränkelt die Hoffnung, und die Schatten übernehmen die Macht.
"Retrospektiver Hoffnungsverlust heißt eine schleichende Krankheit, an der vor allem Dichter erkranken. Daß die Vergangenheit, dieses goldene Schauermärchen, unverbesserlich ist, hat ihre Nerven gelähmt, die Muskelgewebe der Phantasie, die sie täglich trainieren. Nun ist es an ihnen, mit der Zukunft Schluß zu machen, bevor sie zum Quälgeist wird. Nach außen geht alles noch seinen Gang, mit derselben unverdächtigen Leistungskraft, die man den Riesen zuschreibt, den rettenden Rübezahls. Doch drinnen, rings um die Herzkranzgefäße und hinter den Nieren, hat das Gestern sich tief eingefressen und bildet Kavernen, in denen die melancholischen Verwüstungen toben. Unterm allmächtigen Zeitgefühl brechen die Hohlräume lautlos zusammen. Hat denn irgend jemand schon einmal Zeit gewonnen dadurch, daß er in einem Haufen von Schatten wühlte?"
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