Die wachsende Barbarisierung der Welt, die mörderische Zunahme von Gewalt gipfeln in der Ungeheuerlichkeit der Gewöhnung und der Bereitschaft zu vergessen.
"Es ging ihm um etwas, das er nicht in Worte fassen konnte, schon gar nicht anderen gegenüber, etwas, das er für sich die Ungerührtheit der Welt nannte, das spurlose Verschwinden von Erinnerungen, das dazu gehörte. Das Rätselhafte dabei war, daß es allenthalben geleugnet wurde. Noch nie, so schien es, war so viel gemetzelt, gemordet, ausgerottet worden wie in diesem Jahrhundert. Man brauchte auch mit niemandem darüber zu sprechen, es war jedem bekannt. Vielleicht aber waren die Anschläge, die Genickschüsse, die Vergewaltigungen und Enthauptungen, das Abschlachten Zehntausender noch nicht einmal das Schlimmste - am schlimmsten war das Vergessen, das fast unmittelbar danach einsetzte, die Tagesordnung, als spielte es angesichts einer Bevölkerung von sieben Milliarden keine Rolle mehr, als käme - und das beschäftigte ihn dabei am meisten - die Gattung eigentlich bereits ohne Namen aus und wäre nur noch darauf erpicht, als Gattung blind zu überleben."