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Tod
Name 
PW 
Helmut Brandt: ohne Titel


 
Ein wachsendes Erschrecken und Erstaunen. Gefühl eines unvorstellbaren Abgrundes. Eine Öffnung ins Leere.

"Der Tod ist die Kehrseite des Lebens. Daher können wir ihn nicht unmittelbar ins Auge fassen. Das Gefühl jedoch, daß er in unser Leben eingewebt ist, läßt uns nie los. Manchmal spüren wir unsere Toten ganz in unserer Nähe, aber in einer Weise, die jede Verständigung unmöglich macht. Es ist, als hätten wir einen Text vor uns, dessen Fortsetzung uns unbekannt bleibt, weil sie auf die Rückseite eines Blattes gedruckt ist, von dem wir nur die Vorderseite lesen können. Vorder- und Rückseite mögen Ausdrücke der Menschenwelt sein, die im übermenschlichen Bereich sinnlos sind. Doch die unbestimmt gefühlte andere Seite untergräbt unsere Handlungen, unsere Worte, die geringste unserer Gesten. Über dieser Leere wird der Seele schwindlig, so als würden wir uns mit klopfendem Herzen über eine Brüstung beugen."
Jean Cocteau, Das Berufsgeheimnis
in: Kritische Poesie I, 65f.