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vergehende Zeit
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Zunächst scheint die Zeit grenzenlos, doch irgendwann trifft uns der Schock der Erkenntnis. An die Stelle der Fülle tritt unaufhaltsam der drohende Verlust.
"Die Zeit fließt genauso dahin wie ein Fluß: anfangs schwermütig und unentschlossen, mit den Jahren dann in wilder Hast. Wie der Fluß verfängt sie sich in den zarten Algen und im Moos der Kindheit. Wie er stürzt sie sich durch die Schluchten und über die Schnellen, die den Beginn ihrer Beschleunigung kennzeichnen. Bis zum zwanzigsten oder dreißigsten Lebensjahr glaubt man, die Zeit sei ein endloser Fluß, eine geheimnisvolle Substanz, die aus sich selbst gespeist wird und sich nie aufbraucht. Doch dann kommt der Augenblick, in dem der Mensch den Verrat der Jahre aufdeckt. Es kommt immer der Augenblick - bei mir fiel er mit dem Tod meiner Mutter zusammen -, in dem die Jugend mit einem Schlag zu Ende geht und die Zeit abtaut wie ein Haufen Schnee, in den der Blitz gefahren ist. Von diesem Zeitpunkt an ist nichts mehr wie zuvor. Von diesem Zeitpunkt an werden die Tage und Jahre kürzer, und die Zeit verwandelt sich in einen flüchtigen Dunst - genau wie ihn auch schmelzender Schnee von sich gibt -, der nach und nach das Herz umhüllt und einschläfert. Und wenn wir es dann endlich merken, ist es schon zu spät, um sich noch dagegen aufzulehnen."
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