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eine Gestalt der Freiheit
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Das auf die Spitze getriebene Warten wird zu einer Haltung, von der aus etwas Neues möglich wird. Es ist eine Gestalt der Freiheit. Eine Öffnung, die sich nicht schließt.
"Das Warten ist auf nichts gerichtet: denn der Gegenstand, der es erfüllen könnte, würde es nur auslöschen. Und doch ist es nicht resignierte Unbeweglichkeit; es hat die Ausdauer einer Bewegung, die sich kein Ziel verspricht und den Lohn des Ausruhens nicht kennt; es birgt sich in keine Innerlichkeit; jedes seiner kleinsten Teile fällt in ein uneinholbares Außen. Das Warten kann sich auch nicht am Ende seiner eigenen Vergangenheit selbst erwarten, es kann sich nicht an seiner Geduld entzücken, noch kann es sich ein für allemal auf den Mut verlassen, der ihm niemals gefehlt hat. Es sammelt sich nicht im Gedächtnis sondern im Vergessen. Doch ist dieses Vergessen nicht mit der Verzettelung der Zerstreuung und auch nicht mit dem alle Wachsamkeit einschläfernden Schlummer zu verwechseln: es ist ein so aufgewecktes, helles und morgendliches Wachen, es ist Abschied von der Nacht und Öffnung auf einen Tag, der noch nicht gekommen ist. In diesem Sinn ist das Vergessen äußerste Aufmerksamkeit, die jedes einzelne Gesicht auslöscht; jede bestimmte Form ist zu alt und zu neu, zu fremd und zu vertraut, um nicht alsbald von der Reinheit des Wartens zurückgewiesen zu werden und damit dem Vergessen überantwortet zu werden. Im Vergessen bewahrt sich das Warten als Warten: als geschärfte Aufmerksamkeit auf das ganz Neue, das keine Ähnlichkeit oder Kontinuität mit irgend etwas aufweist (insofern ist das aus sich heraustretende und von aller Vergangenheit freie Warten selber neu) und Aufmerksamkeit auf das Älteste (da das Warten nie aufgehört hat zu warten)."
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