Das menschliche Ich besteht in seinem Kern aus Hass, es entsteht aus dem Hass. Das Töten bedeutet die unüberbietbare narzisstische Befriedigung.
"Es gibt vermutlich keine erlesenere Freude, als die, wenn ein grausamer und kompromißloser Haß durch die totale Zerstörung eines verabscheuten Feindes befriedigt wird. Je schrecklicher und demütigender die Zerstörung, desto größer der Triumph."
Der in hasserfüllter Vernichtung gefühlte Triumph ist intensiver, als der in der Liebe erreichbare, "da wahre Liebe die Wirkung hat, den Narzißmus zu reduzieren." (Das sexuelle Begehren, das zwar auf die Vernichtung des Anderen aus ist, kann den narzißtischen Triumph nicht genießen, weil es sich nicht als das erleben will, was es ist.) Nur die wirkliche Tötung erreicht die Höhe des Selbstgefühls.
"Das triumphierende Erleben der gleichzeitigen Erfüllung von Haß, Narzißmus und Ambivalenz ist an Intensität wahrscheinlich durch keine andere Erfahrung zu übertreffen. Das Selbst verspürt in diesem Augenblick ein grenzenloses Gefühl der Allmacht; für eine beträchtliche Weile ist es sogar in der Lage, die zermürbende Erfahrung der verrinnenden Zeit, die stets an den Tod erinnert, zu ignorieren. Gewiß geht auch während des Orgasmus das Zeiterleben vorübergehend verloren, doch dort ist diese Erfahrung nicht von Selbstbewußtheit begleitet."