Man kann sein Leben verfehlen, man kann es gewinnen oder verlieren. Das Leben besteht aus Anfängen, Aufbrüchen. Es ist mehr ein Suchen als ein Finden. Das Leben ist ein Anspruch, an dem man zu scheitern fürchtet.
Letztlich bleibt es Stückwerk, es besteht aus Versuchen, die sich nicht vollenden, es bleiben Geschichten.
Horizonte öffnen sich und manchmal findet man etwas anderes als das, was man suchte.
Das Leben lieben und feiern, im Glück und im Schmerz. Vorbehaltslose Bejahung. Es gibt nichts außer dem Leben. Akzeptieren, was ist, das Staunen darüber, einfach da zu sein. Darin das Glück sehen und empfinden.
Die Fülle der Gegenwart, das Göttliche. Man weicht ihm aus, indem man sich in die Hoffnung flüchtet, in ein Später, ein Jenseits.
Leben ist Verlieren, das Sterben im Leben. Das Alter, der Verlust von Kraft, von Fähigkeiten, der körperliche Verfall. Die Zukunft schwindet. Auch die Vergangenheit geht verloren, weil sich die Erinnerungen verflüchtigen. Das Ich ist ein sterbendes Ich.
Die Bejahung des Lebens - die Freude zu leben - schließt ein, zu akzeptieren, dass das Leben ein Sterben ist.
Das Leben als Scheitern anzusehen, bedeutet hingegen eine Verwerfung des Lebens. Das Scheitern wird dann vielleicht zum Raum einer Erkenntnis, wenn auch einer zynischen.