Löst man sich von dem, was einem wichtig war, ist es ein Sterben, aber auch eine Befreiung.
"Den Ring und die Uhr abstreifen, zerstreut und lässig alles abwerfen, was wir im Leben eingesammelt, gehütet und mit uns herumgeschleppt haben, die Stimme der Welt noch vernehmend, aber bereits mit halbgeschlossenen Augen, wie einer, der sich nach einer sehr langen Wanderung in der fremden Herberge zur Ruhe begibt, die Welt wahrnehmen, aber nur noch so, wie der Wanderer die Geräusche der fremden Stadt vernimmt, einer Stadt, die ihn eigentlich nichts mehr angeht, deren Freude und Verzweiflung, Unkeuschheit und Tugend, deren Rechtsordnung und Verbote ihn, den Ruhesuchenden, Durchreisenden, den Fremden, nicht mehr berühren, den Ring abstreifen und auch die Uhr, langsam alles fallen lassen, von dem wir glaubten, daß es für uns unabdingbar sei, den Ehrgeiz, den Stolz, die Begierde der Wollust und die Spannung der Arbeit; die Gesichter unserer Lieben vergessen, wie ein Wegnickender die Bilder des Tages vergißt, die Welt noch hören, sie aber nicht mehr zur Kenntnis nehmen, sich noch erinnern, aber schon darüber lächeln, weil es nicht mehr schmerzt, den Ring abstreifen und die Uhr, die Kleider, die Titel und die Aufgaben, abwerfen auch den Leib, diese verschlissene und verdächtige Materie, alle Lichter löschen, allein sein, auch nicht mehr zittern, einschlafen, schlafen."