Faszination der Orte der Leere, der Einsamkeit, zurückgenommene Fülle der Welt, Lebensfeindlichkeit.
"Wer in die Wüste geht, sucht den Raum auf, der sich wie kein anderer dazu eignet, von einem Weltort aus die Welt zu minimieren. Wüste ist die Option, von der Welt allein den unvermeidlichen Rest hinzunehmen; in der üblen Welt ist der lebensfeindlichste Ort das geringste Übel. Die Wüste bildet nur noch einen durchscheinenden Film von Seiendem, der die Seelen vor dem unmittelbaren Verschwinden im letzten Grund zurückhält; sie ist das reale Fast-nicht-Sein, das kein Interesse für sich fordert, sondern wie ein leeres kosmisches Therapiezimmer für die Inszenierung der Seele offensteht. Sie ist purer Projektionsraum, in dem die Selbst- und Gotteserfahrung, samt dem, was sie stört und hintertreibt, zum Auftauchen gebracht werden kann."
"Als Zone am Rand der bewohnbaren Welt kann sie die paradoxen Bewegungen derer beherbergen, die in der Welt keinen anderen Status als den Verschwindenden besitzen wollen."